Dieses Jahr habe ich mir zum ersten Mal wirklich erlaubt, mich selbst als Künstlerin zu bezeichnen. Das klingt nach etwas Kleinem, aber für mich war es ein großer innerer Schritt. Ich habe lange nicht verstanden, dass der Moment, in dem man Kunst erschafft, auch der Moment ist, in dem man zur Künstlerin wird. Nicht wenn man einen festen Stil hat, nicht wenn man Geld damit verdient, sondern genau dann, wenn man kreativ ist und das innere Bedürfnis spürt, etwas zu erschaffen.
Vor einigen Wochen habe ich ein inspirierendes Video gesehen. Ich weiß leider nicht mehr, wer es gemacht hat, aber ein kurzer Satz blieb mir im Gedächtnis. Der Satz lautete, dass man seine eigenen kreativen Übungen zum Verkauf anbieten könne. Dieser Gedanke hat mich sofort berührt. Wie oft hatte ich schon gezeichnet oder gemalt. Wie oft hatte ich mich ausprobiert und schöne Ergebnisse erzielt. Und trotzdem war ich immer wieder der Meinung, nicht bereit zu sein. Durch diesen Satz wurde mir klar, dass ich mir selbst im Weg stand.
Mein Weg zurück zu Etsy
Dieser Impuls brachte mich zurück zu Etsy. Ich war dort schon einige Male angemeldet, nur eben nie als Künstlerin. Früher stellte ich Schmuck aus Papieranhängern her und nähte kleine Taschen. Ich verkaufte diese Produkte eine Zeit lang, ließ es aber irgendwann wieder sein, weil es mich nicht mehr erfüllte. Letztes Jahr wollte ich erneut einen Etsy Shop eröffnen, diesmal mit Dankbarkeitstagebüchern und Notizbüchern. Doch mein Account wurde innerhalb von zwei Tagen gesperrt und ich erhielt keine klare Erklärung. Das entmutigte mich so sehr, dass ich Etsy komplett abgehakt hatte.
Durch die Inspiration aus dem Video keimte jedoch ein neuer Gedanke auf. Vielleicht hatte sich inzwischen etwas verändert. Inzwischen waren fast zwei Jahre vergangen und Etsy hatte sogar eine Startgebühr eingeführt. Umso unverständlicher war es, dass mein Account damals ohne Erklärung geschlossen worden war. Trotzdem wollte ich es noch einmal versuchen und diesmal tat ich es mit einer völlig neuen Absicht. Ich wollte nicht nur Produkte verkaufen. Ich wollte meine Kunst zeigen.
Der Abschied vom Glaubenssatz des perfekten Stils
Ein großer Teil meines inneren Widerstands lag in einem Glaubenssatz, der mich über viele Jahre blockierte. Ich dachte stets, dass ich nur dann Künstlerin sei, wenn mein Stil klar erkennbar und konsistent wäre. Ich glaubte, dass alle Werke ähnlich aussehen müssen, damit man ernst genommen wird. Diese Vorstellung hielt mich davon ab, meine Kunst zu zeigen.
Dabei liebe ich es, mit vielen Materialien zu arbeiten. Acrylfarben, Gouache, Aquarell und Buntstifte gehören alle zu meinem kreativen Alltag. Die Abwechslung inspiriert mich und hält mich in einem lebendigen Schaffensprozess. Ich liebe es, zu experimentieren und neue Techniken auszuprobieren. Erst als ich begann, diesen Teil meiner künstlerischen Identität anzunehmen, verstand ich, dass auch Vielseitigkeit ein Stil sein kann. Mein Stil zeigt sich subtil, hauptsächlich in der grafischen Umsetzung, nicht in immer gleichen Farben oder Motiven.
Der Etsy Shop entsteht
Als ich diesen inneren Knoten gelöst hatte, ging plötzlich alles leichter. Ich eröffnete meinen Shop erneut und suchte mir einen zuverlässigen Print on Demand Anbieter. Meine Entscheidung fiel auf Gelato. Ich habe ihre Drucke getestet und war von der Qualität überzeugt. Das Praktische an Print on Demand ist, dass kein Lager notwendig ist. Die Produkte werden erst gedruckt, wenn jemand sie bestellt. Gelato übernimmt Druck und Versand, sodass ich mich auf die Kunst konzentrieren kann.
Ich habe inzwischen einige meiner Werke im Shop hinterlegt. Sie sind als Kunstdrucke in verschiedenen Größen verfügbar. Ein lustiges T Shirt Design ist ebenfalls bereits online. Der Fokus liegt jedoch weiterhin auf den Kunstdrucken, denn in ihnen steckt mein Herzblut. Viele weitere Werke warten darauf, hochgeladen zu werden. Jede Woche nehme ich mir Zeit dafür, neue Produkte anzulegen und meine Kunst sorgfältig zu präsentieren.
Sichtbarkeit durch Pinterest und Tailwind
Ein Etsy Shop allein bringt kaum Sichtbarkeit, daher nutze ich Pinterest und das Planungstool Tailwind. Pro Kunstwerk lade ich fünf bis acht Bilder im Etsy Listing hoch und diese verwende ich anschließend auch für Pinterest. In Tailwind plane ich Pins, die automatisch auf verschiedene Boards verteilt werden. Dadurch entsteht langfristig eine konstante Sichtbarkeit, ohne dass ich täglich manuell posten muss. Dieses System funktioniert für mich sehr gut, da im Hintergrund kontinuierlich auf meine Kunst aufmerksam gemacht wird.
Während dieser Prozesse entstehen immer neue Werke. Ich male und zeichne regelmäßig und lade neue Bilder möglichst zeitnah in Etsy hoch. Mein Ziel ist nicht nur, meine Kunst zu präsentieren, sondern auch meinen subtilen Stil weiterzuentwickeln. Ich möchte mehr Menschen erreichen, die sich von meinen Werken berührt fühlen und ihnen vielleicht einen Platz in ihrem Zuhause geben möchten.
Mein persönlicher Wachstumspfad
Der Weg zu Etsy hat sich zu einem Weg zu mir selbst entwickelt. Ich merke, wie sich mein Selbstverständnis als Künstlerin verändert. Ich erlaube mir, sichtbar zu werden und die Angst vor dem Urteil anderer loszulassen. Ich erlaube mir, unperfekt anzufangen und mich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Die Kunst begleitet mich schon lange, doch jetzt gebe ich ihr Raum. Und ich gebe mir selbst Raum, die Künstlerin zu sein, die ich bereits bin.
Ein Mutmacher für dich
Zum Schluss möchte ich dir etwas mitgeben, das für mich zu einem der wichtigsten Sätze geworden ist. Du bist Künstlerin, sobald du Kunst erschaffst. Du musst nicht warten, bis alles perfekt ist. Du musst keinen klaren Stil vorweisen. Du musst nicht erst etwas Bestimmtes erreichen. Dein Weg entsteht, während du ihn gehst.
Wenn du selbst kreativ bist, dann erlaube dir, deine Projekte zu starten oder weiterzuführen. Erlaube dir, deine Kunst zu zeigen. Erlaube dir, Fehler zu machen und gleichzeitig zu wachsen. Deine Kreativität ist wertvoll und verdient es, gesehen zu werden.
Schau gern in meinem Etsy Shop vorbei, vielleicht findest du dort einen Kunstdruck, der dich anspricht. Danke, dass du mich auf meinem Weg begleitest. Ich freue mich darauf, diesen Weg weiterzugehen und meine Kunst mit mehr Menschen zu teilen.


