Ein Wochenende in London: Meine Route für drei Tage mit Family und Harry Potter

Anja in London an einer roten Telefonzelle

Ich wollte eigentlich nur die Harry-Potter-Welten sehen und meine Familie die typischen Sehenswürdigkeiten. Das war der Plan. London drumherum sollte Beiwerk sein. Meine Family und ich planten ein langes Wochenende. Der Flug ging nach Stansted und dann brachte uns der Zug in die Stadt.

Es ist anders gekommen. Ich bin drei Tage lang nicht mehr aus dem Staunen rausgekommen.

Ankunft: Vom Zug in die Ubahn und dann bumm

Der Flug war unspektakulär. Von Stansted ging es mit dem Zug rein nach London Liverpool Street. Die Strecke selbst war jetzt nicht der Grund, für den man kommt, aber der Bahnhof am Ende hat schon was hergemacht. Die große schöne Halle, viel Licht und dieses typische britische Bahnhofsflair.

Dann ging es rein in die Ubahn. Wenn du deutsche Ubahnen gewohnt bist, muss ich dir wahrscheinlich nichts erklären. Es ist eng, es ist warm und du verstehst schnell, warum manche Reiseblogger sagen, dass die Tube ihr eigenes Erlebnis ist. Aber wir kamen an. Und dann sind wir aus dem Ubahnhof rausgelaufen und seitdem habe ich nicht mehr aufgehört zu staunen.

Ich habe an diesen drei Tagen so viele Fotos gemacht wie sonst in einem halben Jahr. Wir waren jeden Tag über 20.000 Schritte unterwegs, einfach weil wir von einer schönen Ecke in die nächste geraten sind. Immer war da noch eine Gasse, in die man doch mal reinschauen sollte. Und dann war die auch wieder wunderschön.

Freitag: Die Standard-Sachen, ein Rich-Kid-Kaufhaus und Piccadilly bei Nacht

Wir sind am Vormittag angekommen, haben schnell die Koffer im Hotel abgestellt und sind sofort wieder los. Mit dem Bus ging es zuerst Richtung Waterloo, dann an der Paddington-Bear-Wand vorbei, weiter zum London Eye und schließlich zu Big Ben und Westminster Abbey. Ich sag es ehrlich: diese Ecke war mir schon fast zu voll. Aber diese Sachen musst du einmal gesehen haben, damit du sie nicht mehr sehen musst. Also sind wir durchgelaufen, haben Fotos gemacht und sind weiter.

Von Westminster ging es Richtung Buckingham Palace und danach in den Hyde Park. Alles war nett und ungefähr so, wie ich es erwartet hatte. Der eigentliche Moment kam beim Rausgehen aus dem Park. Auf einmal waren wir in Straßen mit kleinen Hausfassaden voller Pflanzen, mit Blumen an jedem Fenster und mit dieser typischen Londoner Bilderbuch-Ästhetik, die ich vorher immer für Instagram-Fake gehalten hatte. Ist alles echt. Und wir haben da wahrscheinlich eine halbe Stunde gebraucht, um zwei Straßen weiterzukommen.

Auf dem Weg zurück zum Bus sind wir noch in eines dieser sehr fancy Kaufhäuser rein, wo alles nach schlechten Ideen und viel Geld aussieht. Wir haben drei kleine Cupcakes gekauft und draußen gegessen. Dann sind wir mit dem Bus zurück ins Hotel und haben kurz durchgeatmet.

Abends ging es nach Covent Garden. Und diese Markthallen dort haben mich komplett abgeholt. Sie sind schön gemacht und haben so viel Charakter, dass du dich stundenlang darin verlieren kannst. Wir haben in einer der Hallen etwas gegessen und uns dann einfach durch die Gassen treiben lassen. Irgendwann waren wir in Chinatown, dann kamen wir am Lego Store raus, dann im M&M Store und dann am Piccadilly Circus bei Nacht. Wenn du London zum ersten Mal siehst und dann noch nachts diese Werbetafeln erlebst, verstehst du sofort, warum das ein Kult-Ort ist. Ich habe da einfach ein paar Minuten gestanden und geguckt.

Samstag: Borough Market, Tower Bridge und ein englischer Buchladen

Wir waren im Bankenviertel untergebracht, also sind wir morgens die Themse entlang zum Borough Market gelaufen. Der Weg allein war ein Erlebnis, weil du auf der einen Seite Hochhäuser hast und auf der anderen Seite plötzlich Fachwerkhäuser oder alte Kirchen.

Und der Borough Market selbst ist das, was du dir vorstellst, wenn dir jemand von einem Foodie-Markt in London erzählt, mal zehn. Ich hätte da stundenlang bleiben können, wenn nicht noch ein bisschen was auf dem Programm gestanden hätte.

Weiter ging es Richtung Tower Bridge und da rüber. Auf der anderen Seite kommst du an einem kleinen Hafen raus, der richtig charmant ist, und dann geht der Weg an einer kleinen Burg mitten in der Stadt vorbei (Tower of London). Wir sind auf dieser Seite der Themse zurück, und irgendwann standen wir mitten zwischen den Hochhäusern der City of London. Das war auf eine ganz andere Art eindrucksvoll, weil du da plötzlich zwischen Glasfassaden stehst und dich fühlst wie in einem Sci-Fi-Film.

Und mitten drin haben wir wieder einen kleinen Markt entdeckt. In einem echten englischen Buchladen, wie er im Buch steht, habe ich mir zwei Bücher gekauft. Auf dem Weg raus stand ich vor einem Harry-Potter-Store. Und angeblich wurde direkt an dieser Stelle die Szene gedreht, kurz bevor Harry und Hagrid das erste Mal in die Winkelgasse abbiegen. Meine innere Zwölfjährige ist kurz durchgedreht.

Danach mussten wir wirklich Pause machen. Wir sind zurück ins Hotel und haben uns eine Stunde hingelegt. Abends sind wir dann nochmal raus, um Big Ben und die ganze Ecke bei Nacht zu sehen. Es waren sehr viele Menschen unterwegs und alles war hell beleuchtet. Trotzdem sehr besonders.

Sonntag: Camden Town, Primrose Hill und endlich die Harry-Potter-Welten

Der letzte Tag war der beste. Wir sind morgens nach Camden gefahren und ich glaube, ich hätte da einziehen können. Schon die Straße von der Ubahn zum Camden Market ist so kreativ und bunt und voll mit Figuren an den Hausfassaden, dass du zehnmal stehen bleibst. Und der Markt dann erst. Da gibt es kleine Shops, coole Konzepte und gutes Essen, alles auf einem Fleck. Wir waren stundenlang da.

Danach ging es am Kanal entlang zu Primrose Hill, von wo aus du diesen schönen Blick auf die Stadt hast. Weiter durch die Regent’s Park Street, die auch nochmal so eine Bilderbuch-Straße ist, dann zur Ubahn und mit dem Zug raus zu den Harry-Potter-Studios.

Über die Studios kann man wenig Schlechtes sagen. Alles ist liebevoll gemacht. Du siehst originale Sets, kannst die Winkelgasse entlanglaufen und stehst in der Großen Halle. Das Butterbeer ist maßlos überteuert und der Shop war so voll, dass ich nichts gekauft habe. Trotzdem: wenn du Harry-Potter-Fan bist, machst du das einmal im Leben (mindestens).

Zurück in London waren wir eigentlich fertig. Und dann haben wir doch noch eine letzte Runde eingelegt, weil man weiß ja nie, wann man wiederkommt. Über die Millennium Bridge sind wir zurück zum Hotel gelaufen, mit Blick auf St. Paul’s auf der einen und die Tate Modern auf der anderen Seite. Ein sehr guter Schlusspunkt für ein Wochenende, das für mich eigentlich nur eine Harry-Potter-Reise werden sollte.

Meine Empfehlung, wenn du nur drei Tage hast

Wenn du auch nur ein Wochenende Zeit hast, würde ich dir das raten: mach die klassischen Sachen wie Big Ben, Westminster und Buckingham in einem einzigen halben Tag ab und plane die Zeit lieber für die Ecken ein, die nicht auf jeder Postkarte sind. Also Covent Garden, Borough Market und Camden. Und lauf lieber eine Straße mehr als eine weniger. Die schönsten Momente hatten wir immer dann, wenn wir aus einem Grund irgendwo abgebogen sind, den wir hinterher gar nicht mehr wussten.

Und wenn du Harry-Potter-Fan bist, dann natürlich zu den Studios.

Ich komme wieder. Definitiv.

Hi, ich bin Anja. Meine Mission besteht darin, Tipps an kreative Menschen weiterzugeben. Ich freue mich, dass du hier bist!

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