Welche Ausrüstung du zum Laufen wirklich brauchst (und wann sich mehr lohnt)

Wenn du gerade anfängst zu laufen, wirst du im Internet innerhalb weniger Minuten Werbung für die absolut nötigen Schuhe, die absolut nötige Uhr, das absolut nötige Shirt und die absolut nötige Weste bekommen. Und ehrlich gesagt: das meiste davon brauchst du am Anfang gar nicht.

Ich laufe jetzt seit einigen Jahren und habe mich Stück für Stück durch die Ausrüstung gearbeitet. Und wenn ich zurückblicke, dann würde ich sagen, alles richtig gemacht.

Hier kommt mein ehrlicher Guide. Ich gehe der Reihe nach durch die wichtigsten Ausrüstungs-Teile und schreibe dir dazu, ab wann sie sich meiner Meinung nach lohnen.

Schuhe: am Anfang reichen deine Sneaker

Wenn du gerade erst anfängst und ein paar Kilometer läufst, brauchst du keine 180-Euro-Laufschuhe. Ein paar gut sitzende Sneaker reichen völlig aus. Wichtig ist einfach, dass sie bequem sind und du vernünftig darin abrollen kannst.

Für zwei Läufe pro Woche bis zu 7 Kilometer sind normale Sneaker aus meiner Sicht kein Problem. Erst wenn du regelmäßig läufst und die Strecken länger werden, wird der Punkt kommen, an dem gute Laufschuhe wirklich sinnvoll, wenn nicht gar unabdingbar werden.

Der Grund ist, dass richtige Laufschuhe deutlich mehr abfedern und deinen Fuß dabei unterstützen, sauber abzurollen. Und je länger du am Stück läufst, desto wichtiger wird diese Unterstützung für deine Gelenke. Bei langen Strecken ab 10 Kilometern merkst du den Unterschied deutlich.

Meine Empfehlung: fang mit den Schuhen an, die du hast. Wenn du dabei bleibst und die Strecken länger werden, gehst du in ein gutes Laufsportgeschäft und lässt dich beraten. Dort wird meist auch eine Laufanalyse gemacht und du bekommst Schuhe, die zu deinem Laufstil passen.

Laufweste: sinnvoll, aber erst später

Laufwesten sehen cool aus und ich liebe meine sehr. Aber ich habe erst angefangen, sie zu schätzen, seit ich lange Strecken laufe. Wenn du unter einer Stunde unterwegs bist, brauchst du nicht unbedingt oder nicht jedes mal Wasser dabei haben (je nach Einheit) und dann ist eine Weste ehrlich gesagt Overkill.

Wenn deine Strecken aber länger werden und du Wasser mitnehmen möchtest, wird eine Weste zum Gamechanger. Das Wasser bleibt bequem an deiner Brust festgeschnallt und du kannst zwischendurch trinken, ohne stehen zu bleiben.

Am Anfang tut es aber eine schlichte Bauchtasche. Handy und Schlüssel rein, fertig. Das reicht wirklich für die ersten Monate und die ersten hundert Kilometer.

Sportbrille: fancy, aber optional

Eine Sportbrille sieht fancy aus und macht in bestimmten Situationen wirklich Sinn. Wenn du zum Beispiel oft an Orten läufst, wo dir kleine Fliegen ins Auge fliegen können, ist eine Brille Gold wert. Auch bei tief stehender Sonne oder Wind kann sie den Lauf viel angenehmer machen.

Für die ersten Läufe ist sie aber kein Muss. Wenn du im Park oder auf normalen Wegen läufst, wirst du erstmal gut ohne auskommen.

Stirnband oder Cap: für mich seit jeher Must-Have

An dieser Stelle bin ich vielleicht nicht ganz objektiv, denn ein Stirnband oder eine Cap gehört für mich seit dem allerersten Lauf einfach dazu. Ich mag keine Haare im Gesicht, ich mag bei Sonne die Abschirmung fürs Gesicht und in den kalten Monaten will ich warme Ohren.

Falls du auch schnell Haare im Gesicht hast oder deine Ohren empfindlich sind, würde ich dir wirklich empfehlen, das direkt anzuschaffen. Ein einfaches Baumwoll-Stirnband oder eine leichte Sport-Cap kosten wenig und machen einen großen Unterschied.

Kleidung: passend zur Jahreszeit

Bei der Kleidung geht es nicht darum, dass sie besonders teuer oder besonders technisch ist. Wichtig ist, dass sie zu Temperatur und Wetter passt.

Bei 15 bis 20 Grad ziehe ich zum Beispiel oft noch eine kurze Hose an, aber immer ein leichtes Langarmshirt drüber. Der Körper heizt sich beim Laufen schnell auf und was dir am Anfang kalt vorkommt, wird nach zehn Minuten genau richtig sein. Als Faustregel gilt: du solltest die ersten fünf Minuten ganz leicht frösteln.

In den kalten Monaten achte ich besonders auf zwei Dinge: warme Füße und einen warmen Kopf. An den Extremitäten verlierst du am schnellsten Wärme und wenn Füße und Kopf warm sind, ist der Rest halb so wild.

Was du dir am Anfang wirklich sparen kannst

Um es zusammenzufassen, hier eine kleine Liste dessen, was du für die ersten Wochen und Monate nicht brauchst:

  • Eine teure GPS-Uhr. Ein einfacher Gratis-Tracker auf dem Handy tut es genauso.
  • High-Tech-Kompressionskleidung.
  • Spezielle Laufschuhe, wenn du unter 7 Kilometer bleibst.
  • Eine Laufweste, wenn du unter einer Stunde läufst.
  • Nahrungsergänzungsmittel, Gels und Sportgetränke für die ersten Wochen.

Was ich dir empfehle, ist genau das Gegenteil. Fang mit dem an, was du hast und rüste nach, wenn dir konkret etwas fehlt oder wenn deine Strecken länger werden.

Meine Grundausstattung heute

Damit du eine Vorstellung hast, wie meine aktuelle Ausrüstung aussieht, nachdem ich mich in den letzten Jahren an das Thema herangetastet habe:

  • Zwei Paar gute Laufschuhe, individuell für mich beim Laufsportgeschäft ausgewählt
  • Eine leichte Laufweste mit zwei 500 ml Flaschen
  • Sport-Cap für Sommer, Stirnband für Winter
  • Eine Handvoll Tops und Shirts für verschiedene Temperaturen
  • Einige gute Laufsocken

Der wichtigste Tipp zum Schluss

Kauf dir nichts, was du noch nicht wirklich brauchst. Wenn du gerade anfängst, dann geh in dem raus, was du zuhause hast und probier es erstmal aus. Wenn du dabei bleibst und deine Läufe länger und regelmäßiger werden, wirst du selbst merken, wo dir was fehlt. Und genau dann ist der richtige Zeitpunkt, das nächste Ausrüstungs-Teil anzuschaffen.

Alles andere ist Marketing.

Hi, ich bin Anja. Meine Mission besteht darin, Tipps an kreative Menschen weiterzugeben. Ich freue mich, dass du hier bist!

Blog Kategorien