Es gibt eine Sache, die mich schon immer fasziniert: Menschen, die Bücher schreiben. Ich dachte lange, dafür muss man gemacht sein. Jemand besonderes sein. Und dann kam der starke Wunsch, selbst eines zu schreiben.
Nicht nur so ein bisschen. Nicht als Idee im Kopf, die vielleicht irgendwann mal rauskommt. Sondern echt. Manuskript, Kapitelstruktur, Lektorat, alles. Es geht um Produktivität, und wenn du hier auf dem Blog schon länger mitliest, weißt du wahrscheinlich, in welche Richtung.
In diesem Beitrag will ich dir erzählen, wie es dazu gekommen ist.
Der Moment, in dem ich es zum ersten Mal laut gesagt habe
Es war vor etwa anderthalb Jahren. Eine Freundin fragte mich, wie ich alles, was ich so mache, unter einen Hut bekomme. Ich bin die, die morgens ein Brot backt, dann ihren Long-Run macht, mit einer Freundin ins Freibat geht und dann abends mit den Schwiegereltern beim Essen sitzt. Und das ohne gestresst zu sein. Ich habe es ihr in Kurzform aufgeschrieben und dann diesen einen Satz gesagt, der alles verändert hat: Eigentlich müsste ich das mal komplett aufschreiben. Wie ich es mache.
Irgendwo im Kopf hat sich der Satz festgesetzt.
Warum überhaupt ein Buch?
Wenn ich zurückschaue, fällt mir auf, dass ich mich schon lange an Menschen abarbeite, die sich mit Zeit, Zielen und Fortschritt schwer tun. Das sind sehr oft die, die sich am meisten anstrengen und trotzdem das Gefühl haben, hinter allem herzurennen.
Ich bin oft die, die gefragt wird, wie ich das mache. Wie ich einen Halbmarathon vorbereite, gleichzeitig Kunden habe, einen Blog schreibe, eine Fitnesstrainer-Ausbildung mache und dabei nicht ausbrenne. Immer wieder. In Nebensätzen. Vor dem Yogakurs. Auf Familienfeiern.
Meine kurzen Antworten reichten nie. Also habe ich irgendwann angefangen, mir zu überlegen, was die längere Antwort wäre. Und dann kam der Punkt, an dem ich dachte: Diese Antwort ist eigentlich schon fast ein Buch.
Der Rest war fleißiges Aufschreiben.
Wie es angefangen hat
Ich habe nicht mit einem klaren Konzept angefangen. Sondern mit einer Liste. Meine Liste. Was hilft mir eigentlich, mein Leben so zu leben, wie ich es lebe.
Diese Liste hatte am Anfang zwanzig Punkte. Wilde, unverbundene Ideen. Manche waren tief, manche waren praktisch, manche waren rein persönlich. Ich habe sie in meiner Notizen-App aufgeschrieben und ab da immer wieder ergänzt.
Aus zwanzig wurden dreißig, dann fünfzig, dann irgendwo bei sechzig hat mein Kopf verstanden, dass da eine Struktur drinsteckt. Ich habe zwölf Regeln als übergeordnete Kategorien identifiziert, unter denen ich alles sortieren konnte. Und plötzlich hatte ich ein Kapitelverzeichnis für ein Buch.
Von da war es ein linearer Prozess. Jedes Kapitel bekam eigene Notizen. Die Notizen wurden zu Absätzen. Die Absätze zu Rohtexten. Die Rohtexte zu Kapiteln. Die Kapitel zu einem Manuskript.
Wie viel Zeit das gekostet hat
Ehrlich: mehr als ich dachte.
Ich habe das Buch nicht in einem einzigen langen Sprint geschrieben. Ich habe es an vielen kurzen Sessions gebaut. Manchmal ein Kapitel an einem Wochenende, manchmal zwei Absätze zwischen zwei Kundenanrufen. Manchmal drei Wochen gar nichts, dann wieder ein Vollgas-Wochenende, in dem ich viel weitergekommen bin.
Und genau dieses Vorgehen ist auch das, worüber ich im Buch schreibe. Kleine Schritte, kontinuierlich, ohne Fanatismus. Ich habe mein eigenes System beim Schreiben angewendet.
Grob geschätzt: Vom Moment der ersten Notizen bis heute sind rund zwei Jahre vergangen. Aktive Schreibzeit wahrscheinlich sechs bis acht Monate. Verteilt über viele kleine Session-Blöcke.
Was ich beim Schreiben gelernt habe
Drei Sachen möchte ich hier festhalten, weil ich sie vor dem Schreiben nicht wusste.
Ein Buch schreiben ist nicht das, was du denkst. Ich dachte, es geht darum, gut zu schreiben. Es geht aber viel mehr darum, klar zu denken. Ein Buch zeigt gnadenlos, wo dein Denken schwammig war. Es zwingt dich zu Präzision. Und diese Präzision hat mich beim Schreiben oft mehr angestrengt als das Schreiben selbst.
Deine Kapitel wollen nicht in der Reihenfolge geschrieben werden, in der sie später stehen. Ich habe mit Regel 4 angefangen, weil ich dort das meiste zu sagen hatte. Regel 12 hatte ich lange als letztes im Kopf, aber sie ist erst spät als eigentlicher Höhepunkt gewachsen. Regel 6 habe ich dreimal umgeschrieben. Regel 9 kam wie von selbst runter, als ich einmal in Fahrt war.
Das erste Manuskript ist nicht die finale Version. Ich hatte das Gefühl, ich würde schon ordentlich schreiben. Als ich das erste komplette Manuskript ausgedruckt habe und mich hingesetzt habe, um es einmal durchzulesen, merkte ich, wie unsauber es noch ist. Es war uneinheitlich und oft unklar. Und trotzdem war es die Grundlage, aus der das eigentliche Buch entstanden ist.
Wo ich gerade stehe
Das Manuskript ist gerade beim Lektorat gewesen und liegt in einer überarbeiteten Form auf meinem Schreibtisch. Es sind noch ein paar Entscheidungen offen, aber die eigentliche Substanz steht.
Ich rechne damit, dass das Buch in ein paar Monaten fertig ist. Wenn das nicht der Fall ist, sage ich dir das ehrlich. Ich habe null Interesse daran, künstliche Deadlines aufzubauen. Wenn es zwei Monate länger dauert, dauert es zwei Monate länger.
Was ich gerade fühle: eine seltsame Mischung aus Aufregung und Ruhe. Es ist so weit. Und gleichzeitig war es das nie ganz, jetzt gerade auch nicht. Es entwickelt sich immer noch. Aber es ist so nah dran, dass es mir manchmal die Sprache verschlägt.
Was du hier auf dem Blog von jetzt an lesen wirst
Ich werde in den nächsten Wochen und Monaten immer wieder über das Buch schreiben. Weil mich das Thema wirklich beschäftigt und weil ich glaube, dass Menschen davon etwas haben.
Konkret plane ich:
- Ein paar Beiträge, die konkrete Kapitel-Themen aus dem Buch aufgreifen. Also Priorisieren, Nein sagen, das Perfect-Week-Konzept, etc.
- Ein paar Beiträge über den Prozess. Was ich mit dem Cover mache, wie sich der Launch anfühlt.
- Und dann irgendwann, hoffentlich bald: den Launch-Beitrag.
Wenn du das mit begleiten willst, freue ich mich, wenn du wieder vorbeischaust. Und wenn du gerade selbst über ein Buch, ein Projekt, eine große Sache nachdenkst, die du dir noch nicht traust: Fang an. Der schwerste Teil ist nicht das Schreiben. Der schwerste Teil ist das Anfangen.
Danach ist es immer noch schwer. Aber es ist ein gutes Schwer.


