Wir waren im Urlaub in den Bergen. Kaisergebirge, ein Hotel am Fuß, ringsum Panorama.
Und irgendwann in der Woche habe ich es zum ersten Mal so klar gemerkt: Fit sein macht deinen Urlaub zu etwas ganz anderem. Nicht nur, weil du länger wandern kannst. Sondern weil du spontan sein kannst. Weil du dir Sachen zutraust. Weil du Momente erlebst, die anderen verschlossen bleiben.
Drei dieser Momente aus dieser Woche will ich dir hier erzählen.
3:30 Uhr aufstehen für den Sonnenaufgang
Der erste Moment war die Sonnenaufgangs-Tour. Der Wecker ging um 3:00 Uhr. Mit einem Guide ging es um 3:30 Uhr los. 5,9 Kilometer nach oben, 439 Höhenmeter im Dunkeln.
Was ich vorher nicht wusste: Diese Tour hat ihren ganz eigenen Rhythmus. Die Luft ist noch kühl, der Weg still, und du hörst nur deine Schritte und deinen Atem. Nach etwas unter 2 Stunden bist du oben und dann kommt die Belohnung, für die du aufgestanden bist.
Die Sonne, die langsam über die Berge kriecht. Die Farben, die sich Minute für Minute verändern. Die Ruhe. Und das Gefühl, das nur du und ein paar andere Menschen an diesem Punkt sind, während alle anderen im Tal noch schlafen.
Ohne meine Ausdauer aus den letzten Monaten hätte ich das nie so entspannt geschafft. Ich hätte oben Luft geschnappt. So aber konnte ich einfach da sein. Und danach lief ich mit den anderen den gleichen Weg wieder runter. Alles vor dem Frühstück.
Sessellift hoch, Trailrunning runter
Am selben Tag wollte mein Freund auch noch einen Berg sehen. Sessellift nach oben, in den Kaisergebirge. Weil er eigentlich Höhenangst hat, war schon die Fahrt nach oben für ihn eine Nummer.
Oben angekommen war klar: Runter fahren geht nicht nochmal. Also runter laufen.
Der Weg war teilweise breit und leicht, teilweise eng und steinig. Genau die Sachen, wo Trailrunning richtig Spaß macht. Wir sind gemischt gegangen und gelaufen. Immer wenn es Sinn machte, sind wir kurz getrabt. Wenn der Weg tricky wurde, wieder gegangen.
Wir haben viel gelacht auf dem Weg runter. Diese Mischung aus Adrenalin, Ausblick und dem Gefühl, gerade etwas gemeinsam zu machen, das eigentlich niemand von uns geplant hatte. Ohne Trainings-Basis wäre das für uns beide anstrengend geworden. So war es einer meiner Lieblings-Nachmittage der ganzen Woche.
Vor dem Gewitter noch schnell auf den Berg
Der schönste Moment kam am letzten Tag.
Am Nachmittag zog Gewitter auf. Der Wetterbericht sagte, in ein bis zwei Stunden geht es los. Vor unserem Hotel gab es einen Berg. Und ich habs noch nicht raufgeschafft.
Kurzer Blick zwischen uns, und der Entschluss stand: Wir gehen jetzt noch schnell hoch.
Wir sind hochgewandert und dann per Trailrunning wieder runter gelaufen. 5,2 Kilometer und 270 Höhenmeter, alles komplett vor der Wolke, die immer näher kam.
Zurück im Hotel waren wir müde, glücklich, und der erste Regen kam ungefähr eine Stunde später.
Was ich daraus mitnehme
Wenn ich diese drei Momente zusammen sehe, wird mir klar, was Fitness mir wirklich gibt.
Sie gibt mir Möglichkeiten. Ich kann um 3:30 Uhr aufstehen und weiß, dass ich nach oben komme. Ich kann spontan mit meinem Freund einen Berg runter laufen, ohne dass wir beide danach zwei Tage kaputt sind. Ich kann in eine Wetter-Lücke reingehen und das Beste draus machen, weil mein Körper mitmacht.
Fitness ist am Ende genau das. Keine Zahl auf der Waage, kein spezielles Foto, keine Bestzeit. Sondern die Freiheit, in einem Moment, in dem sich eine Chance auftut, einfach ja zu sagen.
In den Bergen war das dieses Jahr besonders klar. Aber es gilt auch für den Alltag. Für die spontane Fahrradtour mit einer Freundin. Für die lange Wanderung am Wochenende. Für die Treppe zum vierten Stock ohne Puls-Alarm.
Fit sein ist am Ende ein Angebot an dich selbst. Ein größeres Leben zu leben, als du sonst leben könntest.
Wenn du gerade überlegst, ob es sich lohnt, dranzubleiben: ja. Es lohnt sich. Wegen der Momente wie diesen.
Falls du gerade neu mit dem Sport anfängst und ein besseres Verhältnis zu deinem Körper aufbauen willst, hier ist mein Beitrag dazu, warum ich nicht mehr versuche, schlank zu sein, sondern stark und fit. Und wenn du erst mal mit dem Laufen entspannt starten willst, findest du meinen Anfänger-Guide hier.
Die Berge warten schon.


