Kleine Ankündigung mit großem Gewicht: Ich mache eine Ausbildung.
Genauer gesagt, eine ganze Reihe davon. Fitnesstrainerin B Lizenz. Fitnesstrainerin A Lizenz. Athletiktrainerin. Alles online, in meinem eigenen Tempo, mit einem Riesenberg an Anatomie, Trainingswissenschaft und Sportphysiologie im Rücken.
Und ich liebe es. Ehrlich gesagt geht mir das Ganze viel zu langsam. Ich würde am liebsten alles auf einmal wissen und morgen früh in meinen eigenen Trainingsplan einbauen. Aber die Kurse haben ihren Rhythmus, und ich muss lernen, mich zu bremsen.
Vielleicht hast du dich schon gefragt, warum ich hier so viel über Laufen, Fitness und Ernährung schreibe. Warum ich immer tiefer in Trainingsthemen einsteige. Warum ich einen Halbmarathon gelaufen bin und schon den nächsten Trainingsplan auf dem Tisch habe. Der Blog-Beitrag hier gibt darauf eine ganz konkrete Antwort.
Der Wunsch, der 8 Jahre alt ist
Seit mindestens 8 Jahren habe ich einen leisen inneren Traum. Ich will eigentlich eine Yoga-Ausbildung machen.
Der Wunsch ist immer wiedergekommen, hat mich in verschiedenen Phasen begleitet, ist manchmal lauter geworden und dann wieder in den Hintergrund gerückt. Aber er ist nie ganz weggegangen.
Sport, Körper, Bewegung, Gesundheit. Das sind Themen, die mich schon immer interessieren. Nicht nur oberflächlich. Ich wollte immer verstehen, warum sich mein Körper wie verhält, was in ihm passiert, wenn ich ihn belaste, wie er sich erholt, wie er sich anpasst.
Yoga schien lange der natürliche Weg dafür zu sein. Ruhig, ganzheitlich, mit spiritueller Ebene, gut zu meinem introvertierten Alltag als Selbstständige passend.
Warum ich mich umentschieden habe
Wenn ich mich in den letzten Monaten ehrlich angeschaut habe, ist mir eine Sache aufgefallen. Yoga ist längst nicht mehr das einzige, was ich mache. Ich laufe, ich gehe ins Fitnessstudio, ich mache Krafttraining, ich habe einen Halbmarathon absolviert und plane den nächsten unter zwei Stunden.
Eine reine Yoga-Ausbildung wäre für meinen tatsächlichen Interessens-Radius zu schmal geworden. Sie hätte einen wichtigen Aspekt abgedeckt, aber nicht das, was mich im Alltag am meisten beschäftigt: Wie werde ich stärker, schneller, ausdauernder? Wie funktioniert mein Körper unter Belastung? Was macht ein guter Trainingsplan aus?
Also habe ich mich umentschieden. Erst mal die breite Basis. Fitnesstrainerin B Lizenz als Einstieg. Dann A Lizenz für die Vertiefung. Und Athletiktrainerin für den leistungsorientierten Teil, der mich beim Laufen am meisten interessiert.
Yoga bleibt auf dem Schirm. Vielleicht kommt es nach dieser Basis dazu. Vielleicht als Spezialisierung obendrauf. Aber der Fundament-Bau kommt erst.
Was in der Ausbildung drin ist
Der Stoff geht in genau die Richtungen, die mich am meisten interessieren.
- Anatomie: Wie ist der Bewegungsapparat aufgebaut, welche Muskeln arbeiten wo, wie hängen Gelenke, Bänder und Sehnen zusammen.
- Energiebereitstellung: Wie versorgt sich mein Körper mit Energie, wann verbrennt er Fett, wann Kohlenhydrate, was passiert im Zellstoffwechsel.
- Zellaufbau und Physiologie: Was passiert in einer Muskelzelle beim Training, wie funktioniert Superkompensation, warum brauchst du Regeneration.
- Trainingslehre: Wie baut man Trainingspläne auf, wie steuerst du Belastung, wie vermeidest du Übertraining, wie erreichst du Leistungssteigerung.
- Verletzungsprävention: Was macht Menschen verletzungsanfällig, wie beugst du Verletzungen vor, wann muss man wirklich zum Arzt.
Das ist genau das, was ich für mein eigenes Training schon immer verstehen wollte. Und was ich einer Freundin, die mich fragt, wie sie mit dem Sport anfangen soll, endlich fundiert erklären kann.
Meine Erfahrung mit dem Zone-2-Training beim Halbmarathon hat mir gezeigt, wie viel Unterschied fundiertes Wissen macht. Ich will das nicht bei mir alleine lassen.
Das Ehrlichkeit-Kapitel: Mir geht das zu langsam
Ich muss zugeben, ich bin ein bisschen wie ein Kind, das zu Weihnachten nicht warten kann.
Nach der Freischaltung eines Kurses habe ich 180 Tage Zugriff. Das klingt lange, ist aber tatsächlich eine gute Struktur, damit ich nicht alles auf einmal in mich reinstopfe.
Nach der B Lizenz muss ich eine Prüfung ablegen, bevor ich für die A Lizenz und die Athletiktrainerin freigeschaltet werde. Also geht es Stufe für Stufe. Erst B durcharbeiten, dann Prüfung planen, dann die nächste Ebene.
Mein Gehirn will natürlich alles gleichzeitig. Ich lese einen Abschnitt über Muskelphysiologie und will sofort meine kompletten Trainingswochen umbauen. Ich lese über Energiebereitstellung und will sofort experimentieren.
Aber ich muss mich bremsen. Wissen sacken lassen. Verstehen, bevor ich anwende. Ich merke jetzt schon, dass das eine gute Übung für mich ist. Nicht alles auf einmal wollen.
Was ich damit später mal machen könnte
Die ehrliche Antwort: Ich weiß es noch nicht.
Ein paar Optionen, die im Raum stehen:
Vielleicht übernehme ich einen Kurs in einem Sportverein. Das würde mir gefallen, weil ich ein Herz für Vereins-Strukturen habe. Menschen aus der Nachbarschaft zusammenbringen, gemeinsam etwas machen, keine schicken Fitnessstudio-Kulisse.
Vielleicht gründe ich eine Laufgruppe für Anfängerinnen. Das kam mir vor allem nach meinem Halbmarathon-Lauf immer wieder in den Kopf. So viele Frauen wollen anfangen, aber trauen sich alleine nicht ran. Da könnte ich helfen.
Vielleicht mache ich persönliches Lauf- oder Fitnesscoaching. Online oder in Präsenz. Menschen, die einen konkreten Plan wollen und jemanden, der zuhört und anpasst.
Was ich mit Sicherheit weiß: Ich will die Wahl haben. Ich will die Basis dafür schaffen, dass ich irgendwann etwas machen kann, das mich vom Schreibtisch wegholt. Kein Ausstieg aus dem Webdesign, aber ein zweites Standbein, das mich körperlich fordert und Menschen direkt näher bringt.
Warum überhaupt eine Alternative zum Schreibtisch
Ich bin Webdesignerin. Das mache ich gerne, das kann ich gut, das gibt mir kreative Freiheit und ein solides Einkommen.
Aber ich sitze halt viel. Sehr viel. Und mein Bauchgefühl sagt mir seit einer Weile, dass ich langfristig auch einen Beruf haben will, der mich vom Schreibtisch wegbringt. Bewegung. Kontakt mit Menschen. Etwas mit den Händen, dem Körper, dem Draußen.
Das ist keine Krise, kein Ausstieg, keine Ansage an mein bisheriges Leben. Es ist eine leise Weiterentwicklung. Und die Fitnesstrainer-Ausbildung ist der erste konkrete Schritt in die Richtung.
Was das für den Blog bedeutet
Wahrscheinlich mehr Beiträge über Training, Anatomie, Ernährung. Mehr Hintergrundwissen zu Themen, die ich bisher rein aus persönlicher Erfahrung geschrieben habe. Mehr Tiefe.
Ich versuche, dabei bei meiner Art zu bleiben. Einfach das, was mir am Blogschreiben Spaß macht: Meine Erfahrungen und mein neues Wissen so aufzuschreiben, dass es dir vielleicht auch etwas bringt.
Und falls du zufällig gerade auch über eine Weiterbildung nachdenkst, egal in welcher Richtung, hier meine Erkenntnis nach den ersten Wochen: Anfangen ist der schwerste Teil. Danach ist es einfach nur schön.


